Anmerkungen zur Entwicklung der Flüchtlingsproblematik

Es ist ein Skandal! Kein Land der Welt hat –pro Kopf der Bevölkerung- mehr Flüchtlinge aus dem Irak und aus Syrien aufgenommen als Libanon. Libanon ist gerade mal 10.500 qkm groß (zum Vergleich: halb so groß wie Hessen!) und hat bei 4,3 Mill. Einwohnern inzwischen 1,5 Mill. Flüchtlinge (auf Deutschland umgerechnet wären das 26 Mill.!) aufgenommen. Der Staat wird mit diesem Problem nicht fertig:  die wirtschaftliche Lage ist desolat,  und die Hilfe von außen ist gering. Dabei wäre es doch sinnvoll, ein Land wie Libanon finanziell und logistisch zu unterstützen, damit die medizinischen, hygienischen und politischen Verhältnisse etwas stabilisiert werden könnten.

Auch Saudi-Arabien engagiert sich nicht, obwohl dieses Land reich ist und locker helfen könnte. Aber nichts da! Abgesehen davon, dass bislang keine Flüchtlinge ins Land gelassen wurden, ist es schon ziemlich dreist, stattdessen anzukündigen, Saudi-Arabien  möchte den Bau von 1000 Moscheen in Deutschland finanzieren. Saudi-Arabien unterstützt außerdem den terroristischen IS ideologisch und füttert ihn finanziell. Auf diesem Hintergrund  ist es nicht zu verstehen, weshalb deutschen Firmen erlaubt wird, Panzer und andere Waffen an Saudi-Arabien zu liefern, auch wenn sie gut und pünktlich bezahlt werden und dadurch Arbeitsplätze gesichert werden können.

Mit der Türkei ist es nicht anders. Die Türkei bekämpft aus nationalistischen Gründen massiv die Kurden, die einzige Bevölkerungsgruppe, die dem IS mit großem Einsatz erfolgreich Paroli bietet. Auch ist die Türkei Großabnehmer für das Öl, das der IS in den geraubten Gebieten des Irak und Syriens fördert. Wie sich das mit der NATO-Mitgliedschaft und dem Beitrittswunsch der Türkei zur EU vereinbaren lässt, ist schleierhaft.

Italien und Griechenland als Erstaufnahmeländer sind total überfordert, weil es nicht gelingt, die Außengrenzen wirksam zu sichern, und sei es, wenn es die Polizei nicht schafft, mit Unterstützung von Militär. Allerdings setzt beides voraus, dass der Personalbestand von Polizei und Militär drastisch erhöht und die adäquate Ausbildung deutlich beschleunigt wird. Hier rächt sich der Abbau der Sicherheitskräfte aus den vergangenen Jahren.

Eine dramatische Verschärfung der gesamten Integrationsproblematik ist durch die Geschehnisse in Köln und anderwärts eingetreten. Was eigentlich nicht verwunderlich ist, ist jetzt offenbar geworden: auch unter 1 Million Flüchtlingen gibt es denselben Prozentsatz Krimineller wie auch in anderen Gesellschaften, und offenbar ist er bei den Nordafrikanern besonders hoch. Aber es ist ein Unterschied, ob ich das Gastrecht eines Landes missbrauche und mit Füßen trete, oder ob ich Angehöriger des Gastlandes bin. Unsere Gesetzesbrecher können wir hier bestrafen. Wer jedoch als Asylsuchender Straftaten begeht und offensichtlich nicht bereit ist, die hiesige Rechtsordnung, Lebensordnung und Kultur samt religiösen Überzeugungen zu akzeptieren, kann hier nicht bleiben.

 Er muss aus dem Land. Und zwar umgehend. Das ist schon allein deshalb nötig,  damit nicht die vielen, die Asyl und Hilfe brauchen, mit den kriminellen Elementen in einen Topf geworfen werden!

Ach ja, es gibt viel zu tun, und zwar für die Regierung und im Bewusstsein der Bevölkerung. Das neue Jahr hat noch viele Tage! Aber man muss sie nutzen, meine ich.

Verfasser des Textes: Pfr. i. R. H.-J. Demuth (18.01.2016)
Der Beitrag ist Teil des Gemeindebriefes für den Zeitraum vom 01.02.2016-31.05.2016