"Ich bin nicht Charlie" - Die Grenzen der Satire

Textveröffentlichung: 12.01.2015

Anschläge wie derjenige in Paris gegen jene Satirezeitschrift mit der gezielten Ermordung der Mitarbeiter ist nicht hinnehmbar. Und es ist gut, dass so viele Menschen samt führenden Politikern aus aller Welt, auch aus moslemischen Staaten, an den Kontrademonstrationen teilgenommen haben.

Allerdings: Auch Satire hat ihre Grenzen. Und so manche Zeichnung samt dem dazu gehörigen Kommentar überschreitet die Grenzen von Geschmack, Toleranz, Respekt und sachlicher Kritik bei weitem.

Der moslemische Prophet Mohammed ist nicht verantwortlich für die Torrortaten des IS und der Boko Haram, so wenig wie Jesus Christus verantwortlich ist für die Hexenverbrennungen bis in die aufgeklärte Neuzeit hinein oder für die Mordorgien, die im Rahmen der Kreuzzüge stattgefunden haben oder für die Judenprogrome des vorigen Jahrhunderts in Deutschland und anderen europäischen Gesellschaften.

Dümmliche Satire, die die Religionsstifter billig herabsetzt und in den Schmutz zieht, sei es Mohammed oder Christus oder sonst einer, ist ebenso wenig hinzunehmen wie die Morde von Paris.

Den radikalen, scheinbar kompromisslosen und anscheinend blinden unter den Satirikern ist anzuraten, den Respekt, den sie gerne für sich von der Gesellschaft einfordern, auch ihrerseits zu praktizieren und gefährliche Provokation zu vermeiden.

Verfasser des Textes: Pfr. i. R. H.J.Demuth / Zell, 12.01.2015