Die Entstehung der badischen Landeskirche

Um 1550 gab es in den deutschen Ländern vier christliche Konfessionen:

  • die "römische" (katholische);
  • die "lutherische" (später "evangelische"), benannt nach Martin Luther in Wittenberg, dem wichtigsten deutschen Reformator;
  • die "zwinglianische" (oder "helvetische", später "reformierte"), benannt nach Ulrich Zwingli in Zürich, dem Reformator der deutschsprachigen Schweiz;
  • die "calvinistische" (später "französisch-reformierte") benannt nach Johannes Calvin (frz. Jean Calvin) in Genf, dem Reformator der französischsprachigen Schweiz.

Der Augsburger Reichstag von 1555 bestimmte:

die römische und die lutherische Konfession sind in Deutschland gleichberechtigt (später wurde das auch auf die beiden anderen Konfessionen ausgeweitet);

jeder Landesherr soll bestimmen, welche Konfession in seinem Gebiet gilt - "cuius regio, eius religio".

Zur damaligen Markgrafschaft Baden gehörte nur das Land um Karlsruhe, Durlach und Pforzheim, sowie das Gebiet um Badenweiler, Müllheim, Rötteln und Schopfheim und einige weitere ganz kleine Besitzungen. In diesen Gebieten führte Markgraf Karl II. 1556 die lutherische Konfession ein. Seitdem ist das alte Baden evangelisch.

Später (1806, nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation) kamen noch große andere, vorwiegend katholische Gebiete zu Baden, die auch katholisch bleiben durften: Teile Österreichs (Vorderösterreich mit Freiburg, Säckingen, dem Hegau u. a.), der rechtrheinische Teil des Bistums Konstanz, das Fürstentum Fürstenberg mit Donaueschingen, das Hanauerland um Kehl, die Ortenau, Teile des Frankenlandes im Norden und der rechtsrheinische Teil der Kurpfalz mit Mannheim und Heidelberg.

Die katholische Kirchenhauptstadt in Baden wurde Freiburg, die evangelische ist seit eh und je Karlsruhe.